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Bericht Salvador

Halli Hallo!

Stellt euch vor - ich lebe noch. Ich ärgere mich selbst, dass ich euch so lange nicht von meinem Brasilieabenteuer berichtet habe.

Fangen wir mal mit einer Kurzfassung meiner Reise nach Salvador da Bahia und Belo Horizonte an. Ja, Anfang November habe ich auf einem Seminar in Sao Leopoldo andere Freiwillige kennengelernt, die in verschiedenen Institutionen des gleichen Kirchennetzes wie ich arbeiten. Allerdings in Städten wie Belo Horizonte, Espirito Santo oder auch Brasilia - allesamt sehr weit weg von hier. Auf diesem Seminar wurde ich von zwei Mädels aus Belo Horizonte gefragt, ob ich nicht spontan mit nach Salvador da Bahia kommen möchte. Tja, und weil es sich nicht gelohnt hätte für nur 4 Tage den weiten Weg nach Salvador da Bahia zurückzulegen, sollte ich gleich danach noch mit den beiden nach Belo Horizonte kommen. Ja, und dann habe ich innerhalb einer Woche eine 8-Tage-Reise nach Salvador da Bahia und Belo Horizonte organisiert. Das stellte sich stressiger heraus, als ich dachte, denn es gibt derbe Preisunterschiede zwischen den nationalen Fluglinien und Tarifen. So hatte ich anfangs einen Flug nach Salvador für den 14. November für 640Real (~237 Euro), allerdings erkundigte ich mich bei zwei weiteren Reisebüros, ob es nicht doch einen billigeren Flug gibt und so fand ich einen Flug für den 15. November für 330Real (~122 Euro). Was für ein Glück! 

So, ich buchte also meine Flüge, während die Mädels die Herberge reservierten und mein Busticket von Salvador nach Belo Horizonte kauften. Ich flog am 15. November von Porto Alegre los und kam um halb12 mit Verspätung in Salvador de Bahia an. Bereits am Flughafen zogen meine blonden Haare und meine helle Haut volle Aufmerksamkeit auf sich und ab diesem Zeitpunkt hatte ich ein mulmiges Gefühl in meinem Bauch, das bis zu meiner Rückkehr nach Sapiranga dort bleiben sollte. Ich nahm also ein Taxi und fuhr zur Herberge im Stadtteil Barra. Die beiden Mädels aus Belo Horizonte waren bereits einen Tag früher angekommen und warteten bereits auf mich. Ich wurde herzlich begrüsst - von zwei weiteren Deutschen aus Berlin (zwei Brüder, einer Polizist, der andere Physiotherapeut), einem Franzosen, der weder Englisch noch Portugiesisch noch Deutsch konnte (was sich wirklich als extrem lustiges Problem herausstellte, denn keiner, wirklich keiner konnte Französisch und so verstand ihn einfach niemand, egal was er sagte), und einer Israelin, die seit mehreren Jahren in Brasilien lebt. Ich fühlte mich wie in einem "Vakuum" aufgrund der vielen verschiedenen Nationen, die hier zusammen trafen.

Die Herberge war ein grosses, gelbes Gebäude im Kolonialstil und war einfach traumhaft schön eingerichtet. Überall hingen Hängematten, die Wände waren bunt gestaltet. Die Zimmer waren winzig, aufgrund der 4 Hochbetten konnte man sich eigentlich nur einmal im Kreis drehen. Ich räumte meine Sachen ins 8er-Zimmer und wir gingen zusammen auf die Suche nach einer Bar. Da kann man sagen, was man will, aber der Caipi in Salvador war einfach echt super! Was ich allerdings etwas blöd fand, war die Tatsache, dass es unterhalb der Deutschen einmal mehr zu irgendwelchen intellektuellen Diskussionen kam, anstatt einfach mal alles egal sein zu lassen. Also, ich meine, es ist immer wichtig zu fragen und nachzudenken, aber warum denn in solch einem Augenblick... mh, das mag vielleicht gehässig klingen, aber vieles kam dabei dann auch noch so "allwissend" und "über allem stehend" rüber, dass ich mich einfach abwenden musste... Auf dem Rückweg zur Herberge (nur die verrückten Touristen gehen noch nachts um halb3 auf der Strasse spazieren) kamen uns viele Bettler entgegen und wollten Geld. Dabei kam es zu einem kleinen Zwischenfall, aber glücklicherweise genau vor der Herberge, sodass wir alle schnell ins Haus geflüchtet sind.

In den nächsten drei Tagen waren wir viel unterwegs, immer mit dem öffentlichen Nahverkehr (was für ein Abenteuer!), haben uns den Pelorinho (den schönsten und berühmtesten Stadtteil von Salvador da Bahia) und die Kirche Bonfim angeschaut, waren am Strand, im Atlantik baden und auf der Insel Itaparica. Am ersten Tag liess ich meine Kamera in der Herberge aus Angst, sie könnte mir geklaut werden. Nachher habe ich das allerdings bereut, denn ich hätte gerne viel mehr Bilder gemacht. Andererseits kann man auch sagen, dass ich vielleicht wirkliches Glück hatte, dass sie mir die anderen 3 Tage nicht geklaut worde - das hätte nämlich leicht passieren können.

Im Grossen und Ganzen war die Zeit in Salvador wirklich sehr schön und ich habe einen ganz anderen Teil von Brasilien kennengelernt. Wir haben die kurze Zeit so gut wie möglich genutzt und eigentlich habe ich mich mit den anderen beiden Mädels relativ gut verstanden. Was mich die ganze Zeit allerdings etwas nervös macht, war der Sicherheitszustand. Ich habe mich teilweise sehr eingeengt gefühlt, immer musste man die Tasche an sich pressen, ständig auf der Hut sein. Auf dem Markt wurde man ständig bedrängt, jeder wollte dir etwas verkaufen und dabei benutzten sie ausgefeilte Maschen, die wir erstmal durchschauen mussten.

So, hier muss ich erstmal aufhören, aber ich schreibe morgen weiter. Heute waren nur 10 Kinder im Kindergarten und das soll wohl die ganze Woche noch so bleiben. Und das heisst, es gibt nichts für mich zu tun!

Ich sende euch sonnige Grüsse!

EURE KARINA

2.1.08 19:13

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jochen / Website (3.1.08 14:12)
Hallo Karina, was machst du denn für gefährliche Sachen?
Ich habe gerade deinen neuen Eintrag gefunden und ihn auch gleich von unsere Homepage aus verlinkt.

Wenn man die letzten Berichte liest glaubt man, dass du garnicht arbeiten musst....

Viele Grüße, Jochen


Gabi (4.1.08 20:15)
Hey meine Krienimaus,
na das war ja wohl ein spannender Kurztripp...
Du ich muss "Jochen-wer auch immer" recht geben - hast Du denn überhaupt Zeit zum Arbeiten ;o)?
Auf jeden Fall hab ich mich rießig über Deinen neuen Eintrag gefreut. Und merke aber auch das Du dich trotzallem recht wohl fühlst, oder?
Bald ist Deine Zeit in der Ferne zu Ende - und ich wünsche DIr noch mega viel Spaß, Sonne, nette Leute und gute Erfahrungen für diese Zeit.

Wir vermissen Dich...

Sei herzlichst gedrückt
Gabi


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