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Gramado & Canela

Während ich mit Roane und Ellio in Nova Petrópolis unterwegs war, haben sie mich für das folgende Wochenende zum Campen im Touristenort Gramado eingeladen.

Am Donnerstag, dem ersten November war, wie in Deutschland auch, Allerheiligen und alle hatten deswegen am Freitag frei. Ich war Donnerstagvormittag noch im Kindergarten, wurde nachmittags von Roane abgeholt und fuhren anschließend mit einem riesigen Wohnmobil (10m), wie man sie eigentlich nur aus den USA kennt, nach Gramado – auch ein Einwandererstädtchen mitten in den Bergen, diesmal aber etwas weiter nördlich von Sapiranga. Das Wetter wurde mit steigender Höhe auch immer schlechter. Es regnete aus Eimern und die Temperaturen sanken auf gute 8°C. Der Wald war mit dichten Nebelschwaden bedeckt, ich dachte, jeden Moment würde eine Horde Gorillas über die Straße laufen, aber Affen gibt es hier so gut wie gar keine mehr.. Nur eine sehr kleine Art, allerdings mit riesigen Stimmbändern (dazu später mehr).

Nach gut einerthalb Stunden sind wir in Gramado angekommen und haben das Wohnmobil gleich in die richtige Stellung gebracht (am Eingang des Campingplatzes natürlich, wo man alles am besten beobachten kann). Als erstes wurde Wasser heiß gemacht, sich vor das Wohnmobil gesetzt und „Chimarrão“ getrunken (was auch sonst?). Ich zog mir erstmal meinen dicken Pullover an, der Wind war wirklich eisig. Wie gut, dass man mir vorher noch gesagt hatte, dass es in den Bergen grundsätzlich immer noch 5°C kälter sind als im Tal.

Am Abend bekamen wir Besuch von Freunden, die italienische Vorfahren haben. Es wurde ein lustiger Abend mit gutem Essen (natürlich im Wohnmobilofen gemacht) und spannendem Kartenspiel. Ich bin relativ früh ins Bett, beziehungsweise in meine Kajüte, gegangen - ich war wirklich müde. Wer weiß, wie lange die anderen noch in der Küche saßen…

Ich schätze in der Nacht waren es draußen bestimmt nicht mehr als 4°C. Was war ich froh, dass Roane mir nachts noch eine zweite Decke gebracht hat – sonst wäre ich doch glatt erfroren. Inzwischen denken die meisten deswegen, ich wäre ja gar keine richtige Deutsche, denn in Deutschland würde es doch noch viel kälter sein als in Brasilien… Ja, richtig, aber in Deutschland gibt´s ja auch überall Heizungen, nicht wahr?!

Am nächsten Morgen haben wir alle relativ lange geschlafen. Ich bin so um halb10 aufgewacht und habe mich gleich unter die lustige, beengende Wohnmobildusche geschmissen. Das war jedes Mal ein Abenteuer sich darunter zu stellen – man konnte nie wissen, ob das Wasser heiß bleiben würde, oder plötzlich kalt wird.

Unsere italienischen Freunde kamen vorbei und hatten die Idee, wir könnten doch zum Mittagessen ins Zentrum von Gramado fahren und so machten wir uns um halb1 mit dem Auto auf den Weg. Die Innenstadt von Gramado ist sehr schön, sauber und vor allen Dingen extrem teuer. Alles in dieser Stadt ist auf Tourismus ausgerichtet, einige Häuser erinnern an Bayern und den Tirol. Die Brasilianer gehen davon aus, dass Gramado sehr europäisch sei, allerdings hat es mich im Allgemeinen eher an so kleine Orte mitten in den Rocky Mountains (USA) erinnert…

Wir gingen in ein „italienisch-deutsches“ Restaurant, aber wie immer gab es Büfett. In dem Restaurant hingen viele Bilder von deutschen Städten, unter anderem von Celle (was mich ja schon ein bisschen stolz gemacht hat, ne?)

Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und haben ein paar Bilder geknipst. Es zog mich in einen wunderschönen Laden, versteckt in einer Nebenstraße. Dort gab es alles, was man sich vorstellen konnte – Einrichtungsgegenstände, Unterwäsche, CDs… aber alles eben unheimlich schön und bunt, und eben leider unheimlich teuer… Das einzige, was ich mir „leisten“ konnte,  war eine kleine Tüte, die mir die Verkäuferin aufgrund meines „niederschmetternden Charmes“ an der Kasse schenkte. Wir schauten uns noch ein paar Weihnachtsläden an, die man in Gramado ohne Ende finden kann. Soweit ich das richtig verstanden habe, wird in einem Großteil dieser Weihnachtsläden sogar das ganze Jahr Weihnachtsdekoration verkauft.

Nachmittags bin ich mit den italienischen Freunden (wie ihr sicherlich schon bemerkt habt,… ich weiß einfach nicht mehr, wie sie hießen&hellip noch mal in die Innenstadt gefahren, um Brot zu kaufen. In einem Park steht eine große Scheune, in der verschiedene Brot-, Kuchen- und Kekssorten in Feueröfen gebacken werden. Das Brot war einfach das Beste, was ich bisher in Brasilien gegessen habe…

Abendbrot gab es dann im „Wohnwagen-Palast“ von den italienischen Freunden. Während Roane und Ellio nach dem Essen mit den italienischen Freunden Karten spielten, setze ich mich vor den Fernseher (ja, natürlich braucht man auf dem Campingplatz Fernseher und wenn es geht, bitte noch Privatfernsehen!) und schaute mir den Film „Forrest Gump“ auf Englisch mit portugiesischen Untertiteln an. Kennt ihr das eigentlich auch, wenn man einen Film mehrere Male sieht, dann fallen einem viele Dinge auf, die man vorher nie bemerkt hat. An diesem Abend hatte ich mehrere sogenannte „AHA-Erlebnisse“…

Am nächsten Morgen standen wir alle relativ früh auf – Sinara, die Tochter von Roane und Ellio,  und eine ihrer Freundinnen wurden morgens um 9 Uhr erwartet. Die Mädels kamen mit dem Auto und kurz nach ihrer Ankunft haben wir uns gleich aufgemacht, die Umgebung zu erkunden. Glücklicherweise hatte sich das Wetter gebessert und die Sonne schien ohne Ende. Zu viert fuhren wir nach Canela, eine Stadt ähnlich wie Gramado und gleich nebenan, und besuchten dort den „Parque do Caracol“ mit einem 131m hohen Wasserfall, dem sog. „Cascada do Caracol“. Ich war schwer beeindruckt von den hinabstürzenden Wassermassen, zumal es auch die letzten zwei Wochen ständig geregnet hatte und es viel Wasser zum Hinabstürzen gab. Mutigerweise entschieden wir uns die knapp 900 Stufen hinab zum Fuß des Wasserfalls hinab zu steigen...

28.11.07 12:36

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gabi (2.12.07 19:11)
Hallo meine Süße,
schön wieder was von Dir zu lesen...
Ich hoffe Du machst jede Menge Fotos - naja schließlich bist Du ein Kind von nem Fotofreak )))

Sei in Gedanken feste gedückt
Dein Cousinchen


Jochen / Website (5.12.07 18:45)
Hallo Karina, in der Glocke habe ich von deinem Blog gelesen und ihn auch gefunden, obwohl die Adresse falsch aufgeschrieben war.
Prima, was von dir zu hören/lesen/sehen.
Ich werde einen Link von der Homepage zu dir legen, damit noch mehr Leute was von dir mitbekommen.
Viele Grüße, Jochen Meißner-Warnecke

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