Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Noite do Pijama + Kakerlaken

Kurz nach meiner Rückkehr aus Uruguay, fand am 19. Oktober die „Noite do Pijama“ im Kindergarten statt – die Nacht der Schlafanzüge. Alle Kinder und ein Großteil der Erzieherinnen haben diese Nacht in der Schule verbracht – jedes Jahr ein Highlight für die Kleinen.

Nachdem alle Kinder abends um halb8 nach und nach eingetrudelt waren und ein klein wenig zur Ruhe gekommen sind, wurde ein Schatz gesucht. Die Kinder sind auf dem Kindergartengelände von Ort zu Ort gewandert und haben jeweils einen neuen Hinweis bekommen. Am schönsten für die Kinder war wohl die Tatsache, dass alle ihre Taschenlampe dabei hatten. Es entstand ein kleines Lichtermeer, während die etwa 50 Kinder im Dunkeln auf dem Gelände hin und her spazierten. Der Schatz war eine Kiste mit Süßigkeiten und Leuchtstäbchen in allen erdenklichen Farben.

Danach fand eine Modenschau statt, in der jeder seinen Schlafanzug vorstellen konnte. Jede Gruppe ist einzeln mit der dazugehörigen Erzieherin über den Laufsteg flaniert. Glücklichweise gab es danach Abendessen – ab einem gewissen Punkt sind die Kinder manchmal einfach unkontrollierbar und sie müssen erstmal irgendwie beruhigt werden. Wie immer bestand das Essen aus „Pasteles“ und „Negrinhos“ – eine beliebte Mischung für Kinderfeste und Geburtstage. Ich würde „Pasteles“ als kleine Pasteten bezeichnen, gefüllt mit Hack- oder Hähnchenfleisch oder auch mit Käse und Gewürzen (ziemlich fettige Angelegenheit, da die Pasteten in Fett gebacken werden&hellip. „Negrinhos“ sind kleine Pralinen aus einer Creme aus kondensierter Milch („leite condensado&ldquo – meistens verziert mit kleinen Schokokugeln oder bunten Streuseln. Also, mich kann man damit nicht locken – viel zu süß, aber für die Kleinen ist das der Hit. Nach dem Essen wurden alle Kinder im großen Saal versammelt und das Märchen „Schneewittchen“ wurde von den Erzieherinnen aufgeführt. Anschließend gab es noch einen Disneyfilm und danach ging es ins Bettchen. Allerdings hatte ich das Gefühl, ich war müder als die Kinder und so kam es, dass ich mich auf meine Kindermatratze (50cm zu kurz) legte und eingeschlafen bin, während die Kinder lange noch nicht ans Schlafen dachten und eine kleine Tanzparty veranstalteten. Nachts bin ich aufgewacht, weil Paula halb in meinem Bett lag – mit ihren Beinen in meinem Gesicht (fragt mich nicht, wie es dazu kam, aber ich habe festgestellt: mit Kindern in einem Raum oder auch in Bett zu schlafen, ist wirklich total anstrengend).

Tja, und dann musste ich doch auch glatt noch aufs Klo und machte meine ersten Begegnungen mit den „Cachorros“ – ich glaube, das sind eine Art Grillen. Ich war ja so was von schnell wieder in meinem Bett… Ach, und wo wir gerade bei ekligen Viechern sind: Meine ersten Begegnungen mit Kakerlaken sind natürlich auch nicht ausgeblieben… Ich glaube, die erste war relativ früh am Anfang im Bad – allerdings war die Kakerlake glücklicherweise schon tot. Aber danach… also, das war so: Ich saß abends in meinem Bett und habe den Unterricht vorbereitet, als auf einmal eine riesige Kakerlake die Wand hoch krabbelte. In diesem Moment kam sie mir ja noch viel größer vor, als sie eigentlich war und ich starrte das Vieh erstmal einige Zeit wie paralysiert an. Plötzlich bin ich aufgesprungen und habe Gerti gerufen – die hat ja Gift gegen so was. Sie besprühte die Kakerlake mit Gift und ab da fing die Jagd leider erst richtig an… Das Vieh wollte einfach nicht tot gehen und versteckte sich doch glatt hinter dem Schrank. Ich dachte ja zunächst sie würde dort verrecken, aber sobald das Licht aus war, konnte ich sie krabbeln hören – und so wartete ich ab, bis sie aus ihrem Versteck herauskommen würde, um sie dann mit dem Flip Flop zu erschlagen. Ja, und so war das dann auch – nach gut 1,5 Stunden Warten. Am nächste Morgen bin ich schweißgebadet aufgewacht und absolut übermüdet – so viel dazu… und das Schlimmste: Ich werde mich daran gewöhnen müssen, jetzt wo der Sommer kommt und es durchschnittlich 30°C werden sollen…

 Und übrigens: Probst Blümel hatte vollkommen recht damit, wenn er sagt, dass man im Ausland sein Heimatland mit anderen Augen sieht und zu schätzen lernt à allein die Tatsache, dass ich in Deutschland noch nie mit einer Kakerlaken konfrontiert wurde, ist ein Grund Deutschland zu verehren!! J

Wo war ich stehen geblieben? So, nach einer anstrengenden Nacht mit Kinderfüßchen in meinem Gesicht wurden wir um 6Uhr geweckt und es gab Frühstück. Die Kinder wurden um 7Uhr abgeholt, ich half noch beim Aufräumen und wurde anschließend heim gebracht, wie mein Bettchen schon auf mich wartete…

An diesem Samstag (20.10) habe ich dann auch das erste Mal meine Familie über die WebCam gesehen – was bin ich froh, dass es so was gibt!!! Zumal an diesem Samstag ja auch noch die ganze Familie wegen Mamas Geburtstag im Adlerring versammelt war. Wie die Oma sagte: „Jetzt müsste man sich nur noch in den Arm nehmen können!“ 

Bis bald hoffentlich!

Eure Karina

15.11.07 00:06

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen