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Schande über mein Haupt!!

Ohje, ohje, nu habe ich euch allen versprochen, dass heute Bilder online gestellt werden und ich habe es nicht geschafft, sie zu komprimieren... Ich war das Wochenende einfach die ganze Zeit unterwegs, wovon ich allerdings nicht ausgegangen bin,...  Aber wisst ihr, hier kommt immer alles ganz anders als man denkt...

Das war so... Freitag war mein absolutes Heimweh-Tief: In der Schule ist alles schief gelaufen, meine Reise nach Uruguay schien nicht zu klappen und ich wollte gerne die Hochzeit meiner Cousine miterleben. Das war fast ein bisschen zu viel für mich, aber letztendlich ist alles gut gegangen.

Samstagmorgen musste ich dann zur Universität nach Novo Hamburgo fahren, um alles für die Reise zu planen und den Ausflug vor Ort zu bezahlen. Leider war zeitgleich ein Treffen aller Lehrerinnen meiner Schule, sodass ich niemanden fragen konnte, ob er mich zur Universität bringt und wieder abholt. So bin ich mit einer Freundin im Abholservice für Studenten mitgefahren, die Rückfahrt war allerdings weiterhin unsicher. Im Bus traf ich dann die Tochter einer Nachbarin, die mich auf dem Campus zum richtigen Ort brachte. Dort habe ich dann den Reiseleiter kennengelernt und einige andere Studenten, die an der Reise teilnehmen. Interessanterweise bin ich wohl die Jüngste von allen. Es wurden viele Fragen gestellt, so zum Beispiel über den Geldwechsel, über die Ausflüge und über den Grenzübergang. Der Reiseleiter kann zum Glück Spanisch und erklärte mir alles. Eine Woche vor Abreise findet nochmal ein Treffen aller Reisenden statt, sodass ich nicht ganz ins kalte Wasser geschmissen werde, was Bekanntschaften angeht. Ich bin sehr guter Dinge, denn bereits am Samstag habe ich mich mit einigen angefreundet und E-mailadressen ausgetauscht.

So, das Treffen war leider um 9 Uhr schon wieder beendet und der nächste Omnibus nach Sapiranga wäre erst um halb12 gekommen. Ich bin ein bisschen auf dem Campus spazieren gegangen und habe dann Hernán angerufen, ein Spanischlehrer an meiner Schule und an der Universität. Er hat mich abgeholt und mich zu einer Gruppe gebracht, die gerade Deutschunterricht hatte. So kam es, dass zwei Deutschgruppen und zwei Spanischgruppen versammelt waren und mir ganz viele Fragen gestellt haben. Die "Studenten" waren einerseits in meinem Alter, aber auch schon Leute im Alter zwischen 35-60, die schon mit ihren Grosseltern Deutsch gesprochen haben und es nicht verlernen wollen.

Sie waren alle sehr interessiert, ich habe über Politik (naja, soweit ich das kann...), unser Schulsystem, Ausländer und Rechtsextremismus gesprochen. Auch der Zweite Weltkrieg wurde öfters erwähnt. Auf jeden Fall hat es mir sehr viel Spass gemacht und ich wurde eingeladen, wieder mal am Deutschunterricht teilzunehmen. Viele haben mir ihre Telefonnummer und E-mailadresse gegeben, oder mich zum Essen  (-> Churrasco) eingeladen. Diese Einladungen werde ich mir doch nicht entgehen lassen! Eine der Deutschlehrerin arbeitet zusätzlich an einer Schule für behinderte Kinder. Ich würde sie gerne dort besuchen, um noch mehr im Umgang mit diesen Kindern zu lernen. Jetzt, wo ich diese Möglichkeit habe, werde ich sie auch nutzen.

So, trotz dieses schönen Gespräches, war die Frage, wie ich nach Hause komme, leider immer noch nicht geklärt und ich fragte in der Runde, ob jemand aus Sapiranga käme und wie sollte es anders sein - natürlich nicht. Aber dann schickte der liebe Gott eine Engel - nämlich Ronise, die andere Deutschlehrerin. Sie sagte, sie würde mich nach Hause bringen, allerdings etwas später, weil ihr Mann sie abholen würde. So kam es, dass ich mir noch den ganze Campus anschauen konnte. Hier gibt es alle möglichen Studiengänge, über Jura, Pädagogik nach Mathematik und Design. Also, ich glaube, wenn ich hier wohnen würde, dann würde ich auch dort studieren...

Da die Tochter von Ronise am Samstag, wie mein lieber Brudi, auch Geburtstag hatte, lud sie mich spontan zu sich nach Hause ein, um ein bisschen zu feiern. Sie wohnt in Sao Leopoldo, so etwa entfernt wie Wolfsburg-Braunschweig. Obwohl ich sie kaum kannte, habe ich die Einladung angenommen; wir sind nach Sapiranga gefahren, haben Gerti und Almiro Bescheid gesagt, meine Sachen gepackt und sind nach Sao Leopoldo gefahren. Das war die beste Entscheidung, die ich hätte machen können, sag ich euch!

Abends sind wir auf ein Fest gefahren, wo eine Pagode-Gruppe gespielt hat. Pagode ist so ähnlich wie Samba, allerdings nicht ganz so trommellastig. Meine Güte, die schwarzen Mädels können ja sowas von super tanzen. Ich konnte nur da stehen und zu schauen - das war absolut irre! Und ich habe das erste Mal richtig gefühlt, dass ich in Brasilien bin... Wir haben bis morgens um 5 Uhr getanzt..

Am Freitag hat die "Semana Farropillha" angefangen. Eine Zeit, in der überall in Rio Grande do Sul die Gaúchos ihre Zelte aufschlagen und Churrasco machen und tanzen und feiern. Am Sonntag haben wir gleich zwei sog. "Acampamientos" besucht. Das war total  interessant, ich habe hunderte Bilder gemacht. Und wie sollte es anders sein, wurde ich gleich auf die Bühne geholt und als "Special Guest" vorgestellt. Das war mir schon ein bisschen unangenehm.. Ich habe Chimarrão getrunken (Mate-Tee) und Mini-Churrasco gegessen. Vielleicht mache ich auch ein Kurs dieser Gaúcho-Tänze... Hier übrigens Eddie Murphy... :-)

Das war wirklich das schönste Wochenende, was ich bisher erlebt habe.. Und ich werde jetzt viel öfter nach Sao Leopoldo fahren.

Ich drücke euch alle ganz feste!

EURE KARINA

1 Kommentar 17.9.07 18:33, kommentieren

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Titel fehlt!

Bom dia queridos,

da sich heute leider das Fenster für die Farben nicht öffnet, schreibe ich heute mal in schwarz.. was sicherlich auch angenehmer zu lesen ist.. aber nur halb so gut zum Layout meiner Blogseite passt...

Ich habe heute mein "Tagebuch" mitgebracht, in dem ich kurz und knapp all meine Erlebnisse stichpunktartig festhalte. Ich vergesse sowas doch immer alles so schnell..

Fangen wir einfach mal da an, wo ich das letzte Mal aufgehört habe. Ich habe die These aufgestellt, dass Gastfreundschaft und Enttäuschung hier relativ nah beieinander liegen und nun die Erklärung: Es ist einfach so, dass jeder gerne was mit dir unternehmen möchte, dich einlädt und etwas plant, aber diese Termine und Verabredungen werden dann einfach viel zu oft vergessen oder einfach nicht eingehalten oder man macht lieber was anderes. Wäre alles kein Problem, wenn man Bescheid gesagt bekommen würde, aber so wartet man und wartet man und ist enttäuscht. So ist es dazu gekommen, dass ich schon in den ersten zwei Wochen gelernt habe, mich nicht vollkommen auf jemand anderen zu verlassen, und einfach selbst etwas zu planen. Was für mein Leben sicherlich eine wichtige Erfahrung sein kann...

Im Moment plane ich eine Reise nach Uruguay, Montevideo, die von einer Universität in Novo Hamburgo (etwa 10km entfernt) angeboten wird. Auf diese Universität geht auch Betania, eine liebe Freundin, die spanisch sprechen kann und mich schon mehrere Male mitgenommen hat. Da die Reise nur etwa 250 Euro kostet und ich nicht weiss, mit wem ich sonst reisen sollte, nehme ich dieses Angebot für mich in Anspruch. Ich habe auch schon mit der Lehrerin gesprochen, die diese Reise organisiert und am Samstag, also morgen, findet ein Treffen aller Reisenden statt, sodass ich mich schon mit jemandem anfreunden kann. Ich hoffe, dass sich der Aufwand auch lohnt..

Wichtig ist noch zu schreiben, dass mein liebes Cousinchen Steffi heute ihren langjährigen Freund Jensi heiratet und ich leider, leider nicht dabei sein kann... Was mich grundsätzlich die letzten Tage sehr traurig gestimmt hat, aber ich muss sagen, dass ich heute sehr glücklich bin, da ich mich unendlich für die beiden freue. Liebe Steffi, lieber Jens, wenn ihr das hier lest, seid gewiss, ich gratuliere euch beiden von Herzen und wünsche euch alles erdenklich Gute für die Zukunft. Wenn ich wieder da bin, machen wir eine fette, fette, fette Party und ich bring euch auch was mit... Also, freu mich auf euch als Ehepaar!!!

So, muss leider los, die Zeit ging schon wieder so schnell vorbei..

Bis bahald!!

PS: Montag gibts möglicherweise Bilder, also Fortsetzung nicht verpassen!!

3 Kommentare 14.9.07 18:22, kommentieren

Basisinformationen

Halli Hallo,

einige von euch werden sich jetzt aufgrund meines ersten Eintrages sicherlich fragen "Huch, was macht sie denn da in Brasilien?". Deswegen nun ein paar  Basisinformationen.

In der Braunschweiger Landeskirche gibt es eine Stiftung namens "Stiftung Ökumenisches Lernen". Von dieser Stiftung aus bin ich für ein halbes Jahr in Brasilien, um dort freiwillig zu helfen. Die Braunschweiger Landeskirche hat mehrere Partnerkirchen auf der ganzen Welt, so z.B. in Afrika (Namibia/Tansania), Japan, Indien, Brasilien etc. (Deswegen auch "Christian aus dem fernen Japan" -> zu finden unter www.myblog.de/nimmmichmitnachchigaco). Im Moment sind etwa 10 Leute (ich weiss es leider nicht genau) dieser Stiftung auf der ganzen Welt im Auftrag der Kirche zu finden.

Ja, ich befinde mich nun also seit gut 3 Wochen in der Nähe von Porto Alegre, im südlichsten Bundesstaat Brasiliens (Rio Grande do Sul). Die kleine Stadt heisst Sapiranga und hat etwa 150.000 Einwohner (für brasilianische Verhältnisse also ein Dorf). Ich wohne bei sehr lieben, alten Grosseltern namens Gertrud (78) und Almiro (83). Schon hier merkt man den starken europäischen Einfluss in dieser Region. Sie sprechen beide sehr gut deutsch und so gut wie jede Person ab 50 aufwärts beherrscht einige deutsche Wörter. So ganz verloren aufgrund meines fehlendes Portugieischvokabulares bin ich also nie. Fast überall gibt es hier Häuser, die sehr an den deutschen Baustil erinnern. Ich werde versuchen euch einige Bilder dieser Häuser online zu stellen. Allgemein kann man sagen, dass die Region, in der ich mich befinde sehr wohlhabend ist und der europäische, aber auch argentinische Einfluss fast grösser als der brasilianische ist...

Aber um ehrlich zu sein, habe ich mir Brasilien etwas anders vorgestellt... Sonne, Strand, Meer, Samba, Schwarze und nackte Frauen, Karneval, Armut, Kriminalität... Aber hier ist so gut wie gar nichts davon zu finden. Die Leute hier sagen, dass Brasilien diese Image sehr gern nach aussen trägt, aber aufgrund seiner Grösse einfach sehr grosse regionale Unterschiede aufweist. Verständlich, wenn Deutschland etwa 24 mal in Brasilien hineinpassen würde... (Soweit ich weiss..)

Ich arbeite hier in einem sehr schönen Privatkindergarten, der vor etwa 150 Jahren von deutschen Kolonisten eingerichtet wurde. Daneben gibt es auch ein Schulzentrum, das bis zur 11 Klasse geht. Ich habe das Schulsystem hier leider noch nicht ganz begriffen, aber ich werde versuchen es irgendwann zu erklären. Die Kinder sind sehr lieb (die meisten zumindest) und ich spiele mit ihnen, passe auf sie auf und kümmere mich noch um William, ein 7-jähriger Junge, der nicht richtig laufen kann und auch mental nicht auf der Höhe ist. Da alles was er tut, viel länger dauert, als bei den anderen Kindern, verbringe ich die meiste Zeit damit, ihn von A nach B zu bringen. Ich habe aber das Gefühl, dass er jeden Tag ein bisschen besser laufen kann.. Ab nächste Woche fängt auch wahrscheinlich mein Deutschunterricht an. Ich habe 4 Gruppen á 5 und 10 Kinder (insgesamt 35 Kinder zwischen 4 und 11 Jahren), denen ich die deutsche Sprache näher bringen soll. Mal sehen, mir schweben schon einige Ideen im Kopf herum... Ich freue mich auf jeden Fall sehr über diese Herausforderung.

Bisher habe ich schon viel Gastfreundschaft, aber auch Enttäuschungen erfahren. Zunächst ist es so, dass alle einfach grundsätzlich nett zu dir sind, weil du "die Deutsche" bist. Komisches Gefühl, sag ich euch... Die Kinder stehen gleich vom Mittagsschlaf auf, deswegen kann ich diese These leider nicht weiter erläutern,.. nächste Mal..

Eure Karina

8 Kommentare 11.9.07 18:13, kommentieren

Mensch,.. so hab ich das noch nie gesehen!

Liebe Leser,

nun endlich habe ich auch eine Seite, auf der ich euch von meinern Erlebnissen in Brasilien berichten kann.

Hierbei muss ich mich erstmal bei Christian aus dem fernen Japan bedanken, der mich erst auf diese wunderbare Idee brachte mich auch bei myblog.de anzumelden! Danke!!

Ich habe jetzt leider keine Zeit mehr, muss zur Arbeit! Weiteres später!

EURE KARINA

1 Kommentar 10.9.07 18:32, kommentieren